Kleine Schalen, große Bedeutung: Foraminiferen im arktischen Wandel
Von Petra Heinz
Am 17.06.2026 um 18:30 Uhr findet der #22 Polar Talk im Naturhistorischen Museum Wien statt.
Foraminiferen sind winzige Einzeller mit einem festen, oft kalkigen Gehäuse. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und spielen eine Schlüsselrolle im marinen Ökosystem. Weil sie sehr sensibel auf Umwelteinflüsse reagieren, eignen sie sich als Frühwarnsystem für Veränderungen im Meer. Ihre Schalen bleiben oft lange im Meeresboden erhalten und verraten, wie die Lebensbedingungen in der Vergangenheit waren – ein Fenster in die Klimageschichte.
In der Arktis sind sie als Bioindikatoren besonders geeignet: Am Meeresboden lebende (benthische) Arten zeigen zum Beispiel, wie viel Nahrung vorhanden ist, wie viel organisches Material nach unten sinkt, wie gut das Bodenwasser mit Sauerstoff versorgt ist und wie stark das Wasser dort versauert ist. So helfen arktische Foraminiferen, wechselnde Lebensbedingungen am Meeresboden zu dokumentieren und abzuschätzen, wie sich Ökosysteme und Kohlenstoffflüsse in einer sich erwärmenden Arktis künftig entwickeln.

Petra Heinz (©Anne Enge)
Petra Heinz ist Mitglied des Austrian Polar Research Institute und Professorin für Paläoökosysteme am Institut für Paläontologie der Universität Wien. Sie beschäftigt sich mit der Rekonstruktion mariner Ökosysteme anhand mikropaläontologischer, ökologischer und biologischer Untersuchungen von benthischen Foraminiferen.

Das Programm kann hier heruntergeladen werden.
Polar Talks ist eine Vortragsreihe des Austrian Polar Research Institute (APRI), in der PolarforscherInnen aus den Natur- und Sozialwissenschaften in allgemein verständlicher Form über ihre Forschung in den Polarregionen berichten.
Der Vortrag ist auf Deutsch
Eintritt frei! (Die Freikarten können hier erworben werden)
Wann: Mittwoch, 17.06.2026, 18:30 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Titelbild: ©Anne Enge



